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Vespa 125er-Dreiventiler

Nimm Drei

Vor gut einem Jahr hat der italienische Rollergigant Piaggio seinen innovativen Dreiventilmotor der Öffentlichkeit vorgestellt. Als erste Modelle hat der Konzern die 125er-Leichtkraftroller seiner Kultmarke Vespa damit ausgestattet: unterm äußerlich unterschiedlichen Blechkleid von Vespa LX 125 und S 125 werkelt der gleiche 3V-Triebsatz.

Große Veränderungen sind eigentlich Gift für Fahrzeuge, die von ihrer klassischen Ausstrahlung und ihren authentischen traditionellen Wurzeln leben – wie eine Vespa. Als unumstrittenes Symbol für italienische Lebensart, Stil und Eleganz hat sich dieses 1946 ursprünglich als Transportmittel für den kleinen Mann erfundene Zweirad zum unumstrittenen Kult gemausert, der heute noch genau so daher kommt wie vor mehr als 65 Jahren. Und doch haben die Verantwortlichen des Piaggio-Konzerns, dem die Marke Vespa gehört, im letzten Jahr zur großen Erneuerung gerufen. Freilich ohne an den für jeden erkennbaren Insignien der Originalität wie der durchgehenden Stahlkarosse und der Kurzschwinge vorn zu rütteln. Der Sprung in die Moderne vollzog sich unterm Blechkleid in Form einer neuen Motorengeneration für die Leichtkraftroller, also für die S 125 wie für den hauseigenen Bestseller LX 125.

Bei dem am Vespa-Stammsitz in Pontedera entwickelten und gefertigten Triebling handelt es sich um einen gebläsegekühlten Einspritz-Viertakter, der nichts mehr mit seinem Vorgänger gemein hatte: Zylinderkopf, Zylinderfuß und sämtliche Innereien sind neu, sogar das Hub-Bohrungs-Verhältnis wurde für einen optimierten Drehmomentverlauf angepasst. Besonders innovativ ist der Zylinderkopf geraten, bei dem die drei von einer obenliegenden Nockenwelle betätigten Ventile – zwei Einlass- und ein Auslassventil – das herausragende Merkmal sind. Und doch sind sie nur ein Teil der Neuerungen, mit denen die Gasströme optimiert und die innere Reibung vermindert werden. Eine neue Kurbelwelle und neue Kolben bringen ein deutlich langhubigeres Hub-Bohrungs-Verhältnis als beim Zweiventil-Vorgängermotor mit Namen Leader, um den Drehmomentverlauf zu verbessern. Durch die neue Dreiventilkonstruktion erreicht der Einspritzsingle einen besseren Füllungsgrad der Brennkammer, gleichzeitig ergibt sich eine optimale Verwirbelung der Frischgase. Durch die neue Bauart konnte die Zündkerze mittig platziert werden, was einen Dreifach-Effekt bewirkt: Die Entflammung geschieht effektiver, die umgebenden Komponenten werden weniger Hitze ausgesetzt und die Wartung wird einfacher.

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22.05.2014