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BMW C Evolution

E-volution

Bei BMW geht´s Schlag auf Schlag: kaum sind die neuen Rollermodelle eingeführt, stellen die Münchner auch schon einen nahezu serienreifen Scooter-Prototypen mit Elektromotor vor. Motoretta durfte den BMW C Evolution in London schon mal exklusiv Probe fahren

Vor ziemlich genau einem Jahr ließ BMW auf seinem Innovationstag den Prototypen eines Elektrorollers lautlos auf die Bühne gleiten. Die Aussage war offensichtlich: BMW meint es ernst mit der einspurigen Elektromobilität und scheint dabei weiter als die anderen großen Zweiradhersteller zu sein. Wie weit, konnte man damals noch nicht ahnen, doch jetzt ist die Katze aus dem Sack: BMW präsentiert schon jetzt mit dem C Evolution eine seriennahe Version, die in einer Pilotphase unter realen Einsatzbedingungen und in unterschiedlichen praxisnahen Gebieten erprobt wird – zum Beispiel während der Olympischen Spiele in London, wo er von Berufsfahrern als Shuttle- und Botenfahrzeug Tag und Nacht genutzt wurde. BMW gab einer kleinen Gruppe von Journalisten Gelegenheit, einen der ersten Prototypen in London Probe zu fahren. Dass man die englische Hauptstadt dafür auswählte, ist mit Bedacht gemacht, schließlich gibt es in der britischen Metropole rigorose Beschränkungen für Fahrzeuge mit Verbrennungsmotoren. Da sich dieser Trend auch in anderen Städten zukünftig durchsetzen dürfte, eröffnen sich Fahrzeugen mit alternativen Antriebstechniken in den kommenden Jahren enorme Marktchancen.

Gedacht ist der C Evolution, wie der Roller getauft wurde, als Lückenfüller zwischen kleinen Fünfziger-Rollern und ausgewachsenen Elektroautos, mit dem der tägliche Pendelverkehr zwischen Stadtrand und Zentrum erledigt werden kann. Grundvoraussetzungen dafür sind natürlich Fahrleistungen auf dem Niveau heutiger Maxi-Scooter mit Verbrennungsmotor, vor allem aber eine jederzeit ausreichende Reichweite unter realen Einsatzbedingungen. Für den C Evolution verspricht BMW einen zuverlässigen Aktionsradius von bis zu 100 Kilometern sowie eine Höchstgeschwindigkeit von 120 km/h – das sollte auch anspruchsvolle Pendler befriedigen. Diese Werte sind aufgrund der ersten Probefahrten durchaus als realistisch einzuschätzen. Die sehr exakt arbeitende Ladezustandsanzeige im Cockpit signalisiert für einen gefahrenen Kilometer ziemlich genau einen Verbrauch von einem Prozent an Batterieleistung. Nach unserer 29 Kilometer langen Teststrecke durch die Randbezirke von London signalisierte die Anzeige eine Ladekapazität von 70 Prozent. Dabei war das Profil der Strecke alltagsgemäß ausgewählt mit urbanem Stop-and-go und ländlichem Kurvenareal mit einigen Steigungen, die einem Elektro-Roller naturgemäß mehr zu schaffen machen als pottebene Straßen. Außerdem hat Metzeler speziell für den C Evolution einen neuen Reifen, den „Feelgreen” entwickelt: Dessen Gewicht soll 17 Prozent, der Rollwiderstand um mehr als 25 Prozent unter einem herkömmlichen Metzeler Feelfree liegen, um ergänzend den Energieverbrauch zu reduzieren. Der neue Elefanten-Pneu wird später auch für andere Roller zur Verfügung stehen.

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13.06.2013

One thought on “E-volution

  1. Ein interessantes Elektroroller. Zudem ist der BMW Elektroroller ein Technologieträger und sehr gut gelungen. Preis/Leistungsverhältnis finde ich ein wenig zu hoch. Ca.15.000.- Euro für diesen Roller!? Doch wer kauft so etwas? Welche Käuferkreis soll damit angesprochen werden?.

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